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Modulares Holz, große Wirkung – Luisenblock West gewinnt den Holzbaupreis Berlin-Brandenburg 2025

21.05.2025

Modulares Holz, große Wirkung – Luisenblock West gewinnt den Holzbaupreis Berlin-Brandenburg 2025

21.05.2025

Wie lässt sich ein Bürogebäude für den Deutschen Bundestag in Rekordzeit realisieren – und dabei noch konsequent nachhaltig bauen? Die Antwort steht mitten im Berliner Regierungsviertel: Luisenblock West.

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Für seine innovative Holzmodulbauweise, seine städtebauliche Qualität und seinen durchdachten Nachhaltigkeitsansatz wurde das Projekt mit dem Holzbaupreis Berlin-Brandenburg 2025 ausgezeichnet.

Die Verleihung fand am 20. Mai 2025 im Rahmen des 6. Deutschen Holzbaukongresses statt – ausgerichtet vom Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg e.V.. Ausgezeichnet werden Bauwerke, die das Potenzial des Werkstoffs Holz klug und zukunftsorientiert nutzen. Luisenblock West zeigt, wie das im Maßstab einer ganzen Parlamentsverwaltung funktioniert.

 

Modulbauweise trifft auf Effizienz und Ingenieurkunst

 

Das Herzstück des Projekts: 470 Raummodule aus Vollholz, vorgefertigt in Berlin – samt Fenstern, Haustechnik und Innenausbau. Jedes Modul misst 3,20 × 6,75 Meter. Diese industrielle Vorfertigung ermöglichte nicht nur eine schnelle Montage vor Ort, sondern auch eine konstant hohe Ausführungsqualität.

Die Tragstruktur basiert auf einem hybriden Baukonzept: Bodenplatte, Technikgeschoss und Erschließungskerne wurden in Stahlbeton ausgeführt, die sechs oberirdischen Geschosse komplett in Holzmodulbauweise. Das Ergebnis: ein ressourcenschonender, technisch durchdachter Bau mit klarer Tragwerkslogik.

 

Wohlfühlklima inklusive: Thermische Planung mit System

 

Ein weiteres Highlight: das klug abgestimmte thermische Konzept. Die Beheizung und Kühlung erfolgt über modulare, abgehängte Deckenpanele. Die Fenster verfügen über individuell einstellbaren Sonnen- und Blendschutz – ein Beitrag zu angenehmem Raumklima und energieeffizientem Betrieb.

Sichtbare Holz- und Betonflächen im Innenraum unterstreichen den nachhaltigen Anspruch – nicht nur ökologisch, sondern auch atmosphärisch.

 

Nachhaltigkeit mit Wirkung – lokal produziert, langfristig gedacht

 

Was dieses Projekt besonders auszeichnet: Nachhaltigkeit ist hier kein Add-on, sondern integraler Bestandteil der Planung. Drei Aspekte stechen heraus:

  • Lokale Fertigung: Die Module wurden direkt in Berlin produziert – das spart Transportwege und Emissionen.
  • Reduzierte graue Energie: Dank Vorfertigung und kurzer Bauzeit (Oktober 2020 bis Dezember 2021) wurde die Umweltbelastung minimiert.
  • Woodcycle-Prinzip: Die Bietergemeinschaft verpflichtet sich, die verbauten 2.500 m³ Vollholz innerhalb von 15 Jahren durch Neupflanzungen zu kompensieren.

Damit steht das Gebäude nicht nur funktional, sondern auch ökologisch auf einem soliden Fundament.

 

Städtebau mit Haltung

 

Der Entwurf von Sauerbruch Hutton setzt auf einen H-förmigen Grundriss mit zwei differenziert gestalteten Innenhöfen:

Ein offener Vorplatz zur Stadtseite empfängt Besucher:innen, während ein begrünter Hof auf der Rückseite durch eine Glaswand vor der angrenzenden S-Bahntrasse geschützt ist.

Die farbigen Fassadenpaneele – typisch für Sauerbruch Hutton – sorgen für einen eigenständigen Charakter und integrieren das Gebäude dennoch harmonisch in das Berliner Regierungsviertel.

 

Ein Gebäude mit Zukunftsformat

 

Luisenblock West zeigt, wie leistungsfähig, nachhaltig und flexibel modulares Bauen mit Holz sein kann – gerade auch in funktional anspruchsvollen Kontexten.

Das Projekt ist ein überzeugender Beleg dafür, dass zeitgemäße Architektur, technische Qualität und ökologische Verantwortung kein Widerspruch, sondern eine gemeinsame Grundlage für öffentliches Bauen der Zukunft sind.

 

Das Projekt auf einen Blick

 

  • Nutzung: Bürogebäude für den Deutschen Bundestag (400 Einzelbüros)
  • Standort: Adele-Schreiber-Krieger-Straße, Luisenblock West, Berlin-Mitte
  • Architektur: Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH
  • Bauherrin: Bundesrepublik Deutschland
  • Projektleitung: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Referat VI 2
  • Generalübernehmer / -unternehmer: Kaufmann Bausysteme & PRIMUS developments
  • Planungsbeginn: Mai 2020
  • Baubeginn: Oktober 2020
  • Fertigstellung: Dezember 2021
  • Bruttogrundfläche: ca. 17.100 m²
  • Nutzfläche: ca. 9.200 m²
  • Grundstücksfläche: ca. 7.600 m²

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